Grußwort April 2026

„Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und stöhnst in mir? Harre auf Gott! – denn ich werde ihn noch preisen für die Heilstaten seines Angesichts.“ (Psalm 42,6)

Liebe Gemeinde,

dieser Bibelvers steht in den Psalmen dreimal recht nah beieinander (Psalm 42,6; 12 und Psalm 43,5). Er greift eine Frage auf, die ich mir selbst oft stelle: „Warum bist du so aufgelöst, meine Seele?“ Ja, es gibt viel zu tun und die Tage sind voll, aber ist das wirklich der Grund, warum meine Seele mitunter „stöhnt“? Ich nehme bei mir wahr, dass meine Seele häufig beschwert ist, wenn sich viele Dinge in mir bewegen, derer ich mir nicht bewusst bin und von denen ich mir teilweise auch nicht eingestehen möchte, dass sie mich belasten. Dabei hilft es mir, Blatt und Stift zu nehmen und vor Gott ehrlich zu werden. Meine Liste lautete heute beispielsweise wie folgt: Mein Rücken und mein Knie machen Probleme, meine Wärmepumpe kommt erst nächste Woche, und was ist mit meiner Stromrechnung? Mein Rollladenzug im Wohnzimmer ist kaputt und ich muss ihn reparieren, ich habe zwei Predigten am Wochenende etc. Das Aufschreiben im Gebet hilft mir, zu benennen, was los ist, und zugleich gebe ich diese Dinge in Gottes Hände. Dadurch darf ich mit dem Psalmisten zu meiner Seele sagen: „Harre auf Gott.“ Wie gehst du damit um, wenn es Dir schwer ist ums Herz? Möchtest du das Aufschreiben all dessen mal für dich in der Stille testen?

Sei reich gesegnet und Gott befohlen
Euer Paul Kohnle